Teutoburger-Wald und Weserbergland

by Uwe Wittbrock


Furlbachtal

ein romantisches Schluchtental

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Auf dieser Wandertour durch das Furlbachtal bei Schloss Holte lernen wir ein wildes, urwaldartiges Schluchtental mit einer bewegenden Geschichte kennen. Am Rande des Teutoburger Waldes, der sogenannten “Senne” schufen die Gletscher der Saale- Eiszeit vor 200000 Jahren und der Weichsel- Eiszeit vor ca. 10000 Jahren eine Wüste mitten in Europa. Die abfließenden Schmelzwasser lagerten vom Eis zerriebenen Sandstein aus dem Teutoburger Wald in mächtigen Schichten ab. Die Sennebäche erodierten  Schluchten in die riesigen Sandablagerungen und bildeten die sogenannten Karstentäler, während der Wind die heutige Dünenlandschaft schuf. In den Ausblasungswannen der Dünen entstanden Tümpel, Sümpfe und Heidemoore. Aber auch der Mensch gestaltete diese einzigartige Landschaft erheblich mit. Die “Wüste Senne” war für unsere Ahnen kein begehrtes Siedlungsland. Der nährstoffarme Sandboden war für die Landwirtschaft wenig geeignet. Um die Senne nach dem Dreißigjährigen Krieg dennoch zu besiedeln lockten die Landesherren die Siedler mit Steuerbefreiungen. Aber die Erträge der Bauern reichten kaum zum Überleben. Um mehr landwirtschaftlich nutzbare Flächen zu bekommen wurde der Wald gerodet, die Karstentäler durch Sandabstich verbreitert und Dünen eingeebnet. Die Waldrodung hatte allerdings eine Holzknappheit zur Folge. Nur Reiche konnten sich noch Brennholz leisten. Den Armen blieb nur die Möglichkeit, Holz unter Lebensgefahr zu stehlen oder den anstrengenden Abbau von Plaggen (durchwurzelte Oberbodenstücke - Heidekrautvegetation). Die Plaggen wurden auch in den Viehstellen gestreut und nach Aufnahme des Viehdungs als Dünger auf die Äcker aufgetragen. Durch den Plaggenabbau entstanden große Sandflächen die durch den Wind zu Wanderdünen wurden und Orte wie Augustdorf bedrohten. Erst durch Aufforstung im 19. Jahrhundert konnte die Gefahr gebannt werden.

Das lippische Nationalgericht: der Pickert

 

Der Pickert ist eine einfache, aber sehr leckere Spezialität aus dem Lipperland. Der Pickert war ein typisches „Arme-Leute-Essen“, denn die meisten Grundzutaten Kartoffeln, Mehl, Hefe und Milch wuchsen auf den eigenen Feldern. Er

 

war daher billig und zugleich auch sehr nahrhaft. Gerade die ländliche Bevölkerung des damaligen Fürstentums Lippe (dies entsprach nahezu dem heutigen Kreis Lippe im östlichen Nordrhein-Westfalen) verpflegte sich noch bis in die 1930er Jahre hinein nur von dem, was sie auf dem eigenen oder gepachteten Acker anbaute. Und das waren meistens Kartoffeln!

Not macht ja erwiesenermaßen erfinderisch und so kreierten die lippischen Hausfrauen zahlreiche Kartoffelrezepte. Diese teilweise sehr leckeren Rezepte gerieten nach dem zweiten Weltkrieg häufig in Vergessenheit, werden aber jetzt wieder- entdeckt. Der Pickert war und ist eines der einfachsten Gerichte und blieb daher wohl zumindest im Lippischen immer „in aller Munde“. Man brauchte nicht einmal eine Pfanne, denn der Pickert wurde früher direkt auf der blanken Herdplatte des Küchenherdes gebacken. Dazu wurde die Herdplatte natürlich blank geputzt und dann mit einem Stück Speckschwarte gründlich eingefettet. Nun wurde der Teig in einer etwa 4 cm dicken Schicht auf der Herdplatte verteilt und beidseitig goldbraun gebacken. Nur weil die Herde damals lediglich mit Holz oder Torf befeuert wurden (Kohle war einfach zu teuer), war dies möglich. Ein Kohlefeuer hätte den Geschmack des Pickerts unangenehm beeinträchtigt. Der fertige Pickert wurde dann in Streifen und kleinere Stücke geschnitten. Diese Stückchen schnitt man dann in der Mitte flach auf und schmierte gute Butter aus eigener Herstellung hinein. Alternativ nahm man auch gern geräucherte lippische Leberwurst – meist vom eigenen Schwein. Beides – Butter und Leberwurst – schmolz auf dem noch warmen Pickert und schmeckte dadurch besonders gut. Wer es lieber süß mochte, der bestrich seinen Pickert mit Rübenkraut – natürlich auch selbstgemacht.

Doch hier nun endlich das Rezept für etwa 10 Ur-Pickert:

500 g Kartoffeln

500 g Mehl

35 g frische Hefe (oder ein Päckchen Trockenhefe)

5 Eier

1 Teelöffel Salz

wenig Zucker (nur zum Abschmecken)

 

 

Kurzbeschreibung:

Ein kleines schluchtenartiges Naturschutzgebiet in der Senne bei Bielefeld ist unser Ziel. - Schluchten in der Senne? Kaum zu glauben! Eigentlich ist das Gebiet zwischen Paderborn, Gütersloh und Bielefeld nur als platte Sandheidelandschaft und für seine gemütlichen, steigungsfreien  Fahrradrouten bekannt. - Aber das ist ein Irrtum. Der Furlbach hat sich in den Jahrtausenden durch die weichen Sandschichten gefressen und ein wild romantisches Schluchtental geschaffen.

Ausgangspunkt:

Stuckenbrock: Parkplatz Stuckenbrock, Mittelweg

Weglänge:

8 Km

Gehzeit:

3 Stunden

Steigungen:

40 Höhenmeter

Gastronomie:

Alte Fockelmühle

Tourbeschreibung:

Tourbeschreibung/ Karte als PDF                Tourenkarte bei Googel Maps angezeigen.

Haftungsausschluß:

Der Gebrauch dieser Infomaterialien geschieht auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. Jeder ist eigenveranwort- lich. Für die Richtigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr. Haftungsansprüche sind ausgeschlossen.

 

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